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Einweihungsfeier Foxbau

Veröffentlicht am 21.06.2015

Für die Grassauer Pfadfinder geht ein Traum in Erfüllung. Seit dem Abbruch ihres Pfadfinderheims, das dem neuen Rot-Kreuz-Gebäude weichen musste, waren die vielen Jugendlichen "heimatlos" und auf der Suche.

Jetzt stimmte der Marktgemeinderat einhellig dem Antrag der Pfadfinder auf Nutzung des ehemaligen Bergbadgebäudes zu.

Grassau - Das ehemalige Bergbadgebäude, gebaut 1966, und das naturbelassenen Areal um den Naturbergsee bieten für die Pfadfinder optimale Voraussetzungen für eine gedeihliche Vereinsarbeit. Vor Jahrzehnten war das Bergbad eine Badeanstalt mit künstlich angelegtem See und Funktionsgebäude mit kleiner Wirtschaft und Umkleidekabinen. Dann wurde der See zu einem Naturbergsee und Biotop umgebaut.

Zur Vorgeschichte informierte Bürgermeister Rudi Jantke, dass die Pfadfinder in dem kleinen Einfamilienhaus untergebracht waren, das abgerissen wurde, um den Bau des Roten-Kreuz-Gebäudes zu realisieren. Im Dachgeschoss des neuen Gebäudes hätten die Pfadfinder Räume erhalten, doch wurde dies von mehreren Seiten als nicht optimal betrachtet.

Als weitere Alternative erwogen die Pfadfinder, eine Fläche beim Wertstoffhof und Kläranlage zu pachten und hier ihr Eigenheim in Holzbauweise zu schaffen. Laut Jantke wäre aber ein Neubau neben der Kläranlagenhalle schwer zu realisieren gewesen.

Als weitere Option stand der alte aufgelassene Trinkwasserhochbehälter zur Diskussion. Der Großteil des Gebäudes ist unterirdisch. Die Nutzung wäre möglich gewesen, allerdings mit erheblichen Auflagen, wie zweiter Fluchtweg. Auch eine Heizung hätte installiert werden müssen.

Gleich in unmittelbarer Umgebung sei das Bergbadgebäude. Man habe dann mit dem Wirt, dem Pächter des gemeindeeigenen Gebäudes, gesprochen, ob dieser einen Teil des Gebäudes den Pfadfindern überlassen könne. Dabei wurde ausdrücklich betont, so Jantke, dass die Gaststätte weiterhin bestehen kann. Die ehemaligen Umkleidekabinen hätten den Pfadfindern genügt. Zu seiner Überraschung, so Jantke, kam nun der Wirt und fragte, ob er ein Vierteljahr früher aus dem Pachtvertrag aussteigen könne, da er keine Zukunft sehe, wenn dort auch eine andere Nutzung sei. Der Wirt habe sich von diesen Gedanken nicht abbringen lassen.

Die Pfadfinder werden einen Großteil der Einrichtung ablösen und haben sich bereit erklärt, das Gebäude zu unterhalten, zu sanieren sowie Gelände, Grünflächen und Gewässer zu pflegen. Bedauerlich sei aber, dass die kleine Wirtschaft wegfalle. Die Nebenkosten werden von den Pfadfindern getragen. Um Sicherheit zu haben, erwarten die Pfadfinder einen längerfristigen Pachtvertrag über zehn Jahre.

Ohne weitere Diskussion stimmten die Räte dem Antrag zu. Die Pfadfinder können ab Oktober ihr neues Zuhause übernehmen. tb

Grassau - "Für uns Pfadfinder geht hier ein langersehnter Traum in Erfüllung", betonte der Stammesführer der Achentaler Pfadfinder "Schwarzer Mustang" bei der Einweihung und Vorstellung des neuen Pfadfinderheims im ehemaligen Bergbadgelände. "Wir haben hier alles, was sich das Pfadfinderherz wünscht: Wald, Wiesen, ein Gewässer und ein Haus mit Gruppenräumen, einer Küche und einem Schlafsaal für Übernachtungen.

Der "Foxbau", das neue Pfadfinderheim, liegt idyllisch am Wasserbiotop "Bergbad" (Bild links). Das Gelände bietet ausreichend Platz für die großen Pfadfinderzelte. Zur Einweihung kamen auch befreundete Pfadfinderstämme. Hier überreichte die Leitung des Stammes "Leones Leoni" aus Grafengars an Christian Keller (Zweiter von links) ein Holzschild, das symbolisch für die Freundschaft stehen soll. FotosEder

© OVB

Der "Foxbau", das neue Pfadfinderheim, liegt idyllisch am Wasserbiotop "Bergbad" (Bild links). Das Gelände bietet ausreichend Platz für die großen Pfadfinderzelte. Zur Einweihung kamen auch befreundete Pfadfinderstämme. Hier überreichte die Leitung des Stammes "Leones Leoni" aus Grafengars an Christian Keller (Zweiter von links) ein Holzschild, das symbolisch für die Freundschaft stehen soll. FotosEder

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Wie glücklich die Pfadfinder in ihrem neuen Zuhause sind, stellten sie an dem Festtag deutlich unter Beweis. Das Fest wurde von ihnen hervorragend vorbereitet, und neben Musik waren auch Spiel, Spaß, Spannung und Brotzeiten geboten. Doch bevor sich die Pfadfinder von den Jüngsten im Stamm bis hin zu den Jugendlichen an die Arbeit machten und das Kinderprogramm mit vielen Basteleinheiten und großem Spieleangebot durchführten, erinnerte Bürgermeister Rudi Jantke an die Herbergssuche der Pfadfinder (wir berichteten mehrfach), die nun einen glücklichen Ausgang gefunden habe. Er betonte, dass sich die Pfadfinder verpflichtet hätten, das Gebäude wie auch das Gelände zu pflegen und in Ordnung zu halten.

Seine Ausführungen schloss Jantke mit einem großen Kompliment an die Pfadfinder, die seit der Übergabe des Heims Ende Oktober letzten Jahres viele Stunden ihrer Freizeit in ihr neues Zuhause steckten. "Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung dabei, erwachsen zu werden. Und hier sind neben den Eltern auch die Vereine gefragt, die wertvolle Jugendarbeit leisten", so Jantke. "Wer könnte besser helfen, den richtigen Pfad fürs Leben zu finden, als die Pfadfinder?"

Nach Übernahme des neuen Heims musste kurzfristig das Dach abgedichtet, alte Holzbauten abgerissen und entsorgt, das Gebäude renoviert und für die Bedürfnisse der Pfadfinder gestaltet werden. Heute könne das Gebäude hervorragend genutzt werden, erklärte Stammesführer Christian Keller. Neben den zwei Gruppenräumen, die Platz zu gemeinsamen Bastelaktionen, Fahrten und Lagerplanungen bieten, wurde ein funktionelles Büro für die Leitung installiert.

Besonders stolz sind die Pfadfinder auf ihre neue Gastronomie-Stahlküche, die sie aus einer Wirtschaft günstig erwerben konnten und die die Möglichkeit bietet, auch für größere Gruppen zu kochen.

Besonders stolz sind die Pfadis auf ihre neue Küche

Für gemeinsame Unternehmungen auch über Nacht bietet das Matratzenlager Unterschlupf, und die große Terrasse ist besonders im Sommer ein willkommener Aufenthaltsort.

Bei der Namenssuche für das neue Heim, wurde sofort an den "Vater" der Grassauer Pfadfinder, der über Jahrzehnte den Stamm führte gedacht und so entschieden sich die Pfadfinder ihr neues Heim "Foxbau" nach Folker Schindmayr zu benennen. Ohne die Unterstützung des Bürgermeisters und der Gemeinde wäre eine solche Unterkunft kaum möglich gewesen. "Dieses neue Heim ist für uns wie ein Sechser im Lotto", so Keller. Gleichwohl lobte er die Pfadis, den Förderverein und die Eltern, die sich ebenfalls stark einbrachten und mithalfen. Unterstützung bekamen die Pfadis auch von heimischen Unternehmern und von privaten Förderern.

Natürlich wollten die Pfadfinder auch den Segen für ihren "Foxbau" und freuten sich, dass Pfarrer Andreas Horn die Segnung übernahm.

Pfarrer Andreas Horn gab den Segen für den den neuen "Foxbau"

Auf das Idyll hinweisend, meinte der Pfarrer, dass dies ohnehin schon ein gesegneter Fleck sei und die Pfadfinder nun auch mit Gottes Segen ihren Pfad finden würden.

Nach dem offiziellen Teil bot sich eine Besichtigung des "Foxbaus" an. Die Pfadfinder standen Rede und Antwort, informierten über ihre Arbeit und zeigten Bilder ihrer schönsten Touren.

Die Achental Swing Combo wie auch die Lehrerband des Landschulheims Marquartstein und letztlich auch die Band "Status Seeker" sorgten für Unterhaltung. Am Nachmittag wurden die Kinder noch zu einer lustigen Schnitzeljagd eingeladen und die Erwachsenen übten sich beim Zeltaufbauen.

Während sich die einen im Gebäude aufhielten, lockte auf der anderen Seite des Wasserbiotops ein großes Zelt mit Feuerstelle; hier wurde zu später Stunde am offenen Feuer gesungen.